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Brachflächen im Samariterviertel

Zwischennutzungen mit Pfiff

Sie werden als Wegabkürzung oder als illegale Müllkippe genutzt oder sie wuchern einfach zu: Brachflächen. Irgendwann werden sie wieder bebaut, doch bis dahin sollte man sie vernünftig nutzen. Das dachten sich die Mitarbeiter von "Stattbau", dem Sanierungsbeauftragten im Samariterviertel, und erarbeiteten eine Studie über mögliche Zwischennutzungen der Baulücken. Weitere Ideen sind gefragt.

Jahre oder gar Jahrzehnte liegen viele Grundstücke ungenutzt, sei es, weil der Eigentümer nicht bauen will oder kann, sei es, weil der Eigentümer nicht ermittelt werden kann, oder sei es, weil es keine Planungen für die Flächen gibt. Trampelpfade bilden sich, und nachts werden alte Kühlschränke und Autoreifen abgelagert. Brachflächen werden meist nur als Baulandreserve, ansonsten aber als städtebaulicher Missstand gesehen. Doch mit intelligenten Zwischennutzungen können Brachflächen auch eine Bereicherung für das Viertel sein.

Sieben Brachflächen im Samariterviertel hat Stattbau-Mitarbeiterin Heike Hoffmann in der Studie "Brach. Und danach?" untersucht, davon fünf Eckgrundstücke: Rigaer Straße 67/ Voigtstraße 6, Schreinerstraße 43/ Voigtstraße 34, Dolziger Straße 25-26/ Voigtstraße 15, Dolziger Straße 31/ Pettenkoferstraße 35, Eldenaer Straße 22/ Samariterstraße 21, Pettenkoferstraße 25-26 und Pettenkoferstraße 31. Diese Grundstücke sind überwiegend mit Spontanvegetation, zum Teil sogar mit Bäumen bewachsen und werden meist von den fensterlosen Brandwänden der Nachbarhäuser begrenzt. Alle untersuchten Flächen waren früher bebaut, die Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Laut Sanierungskonzept ist überall eine Neubebauung vorgesehen - mit Ausnahme des Grundstücks Pettenkoferstraße 25-26, wo wieder ein Schulsportplatz entstehen soll, und des verfallenen Spielplatzes auf der Ecke Eldenaer/Samariterstraße, der später wieder hergerichtet werden soll. In allen Fällen ist deren Realisierung bisher nicht absehbar, auf der anderen Seite herrscht im Samariterviertel ein großer Mangel an Grün-, Spiel- und Sportflächen.

Stattbau hat eine Reihe von Zwischennutzungideen aus Wien, New York und Köpenick zusammengestellt, die als Grundlage für die weitere Diskussion dienen sollen. Nach Köpenicker Vorbild könnten auf Brachflächen Kunstprojekte präsentiert werden.

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Im vergangenen Herbst hat bereits der Künstler Stefan Kreysler in der Dolziger Straße Skulpturen aus vorgefundenen Baumaterialien errichtet. Auf der großen Brachfläche Rigaer/ Voigtstraße könnte hingegen eine so genannte "Oase" entstehen - eine Ausstellungs- und Demonstrationsfläche für die zahlreichen kleinen Unternehmen, die sich im Samariterviertel mit ökologischem Leben und Wohnen beschäftigen. Ein exponierter Standort wäre dafür ideal.

Ein sonniges Grundstück in Südlage wäre hingegen gut geeignet, einen "Comunity Garten" wie in New York anzulegen. Wenn der Boden nicht von Altlasten verunreinigt ist, könnte man hier also essbares Gemüse anpflanzen. Für eine Gartennutzung müsste das Gelände jedoch mindestens fünf Jahre zur Verfügung stehen.

Wo es dagegen schon laut ist, etwa an einer vielbefahrenen Straße, könnte man eine lärmintensive Nutzung wie eine BMX-Bahn einrichten. Ein paar Bodenaufschüttungen genügen schon, um ein attraktives Gelände zu schaffen. Eine Idee aus Wien ist der "Trend-
sportartenplatz". Mit geringem Auf- wand lassen sich Plätze für Beachvolleyball oder Basketball einrichten, die dann auch für den Schulsport genutzt werden könnten. Auf kleineren Brachflächen könnte man einen Container aufstellen, der verschiedenen sozialen Initiativen als Anlaufstelle dienen kann.

"Wir verhandeln zur Zeit mit den Eigentümern über den Zeitrahmen von möglichen Zwischennutzungen", sagt Carsten Zehner von Stattbau. Weitere Nutzungsideen, die wenig kosten und schnell zu verwirklichen sind, werden noch gesucht. "Wir möchten mit den Bewohnern zusammen planen und auf einem weißen Blatt Papier anfangen", betont Zehner. Wer Voschläge hat und bei der Realisierung mithelfen will, kann sich bei Stattbau, bei Christa Haverbeck von der Sanierungsverwaltungsstelle oder bei der Betroffenenvertretung melden (Adressen auf Seite 15). "Ein gemeinsames Engagement bei der Umsetzung von Zwischennutzungsprojekten auf den Brachflächen im Samariterviertel würde die Kiezentwicklung positiv vorantreiben", heißt es in der Schlussbemerkung der Studie.

Brachfläche an der Rigaer/Ecke Voigtstraße: Gefragt ist eine intelligente Zwischennutzung






Zum Mitmachen:
Im Frühjahr ist mit den Anwohnern ein Workshop über die Zwischennutzung von Brachflächen geplant. Informationen bei:
Stattbau, Heike Hoffmann/ Carsten Zehner,
Fon 690 81-178,
oder per E-Mail:
stattbau@t-online.de,
oder im Internet unter:
www.samariterviertel.de

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