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Hofbgrünung

Rat, Tat und Geld für grüne Höfe

In der Innenstadt zu wohnen, muss nicht heißen, auf nahe Grünanlagen, Spielplätze und frische Luft verzichten zu müssen. Selbst in engen Hinterhöfen können grüne Oasen entstehen. Damit die Bewohner die betonierten Auto- und Mülltonnenabstellplätze in lebenswerte Wohnhöfe verwandeln können, hatte das Bezirksamt Friedrichshain im Sommer 2000 das Programm "Grüne Höfe" aufgelegt. Es blieb hinter den Erwartungen zurück, war jedoch erfolgreicher als das Kreuzberger Programm. Auf diesen Erfahrungen aufbauend wird im gemeinsamen Bezirksamt nun an einem einheitlichen Hofbegrünungsprogramm gefeilt.

Das einst vorbildliche Hofbegrünungsprogramm des Senats wurde 1996 ersatzlos abgeschafft. Seitdem sind die Bezirke gefragt, den Bewohnern, die Hof, Vorgarten oder Fassade ihres Hauses begrünen wollen, mit Rat, Tat und Geld unter die Arme zu greifen. Das Friedrichshainer Programm "Grüne Höfe" war vor allem auf Altbaubereiche außerhalb der Sanierungsgebiete zugeschnitten. Bewohnergemeinschaften konnten mit dem Einverständnis des Eigentümers bis zu 50 DM pro Quadratmeter für Begrünungsmaßnahmen in Eigeninitiative beantragen. Für jeden Hof war die Fördersumme auf 3000 DM begrenzt. "Damit kann man nicht so ganz viel machen", räumt Hilmar Schädel, Leiter des Fachbereichs Naturschutz und Grünflächen im neuen Umweltamt des Bezirks, ein. Aber das Programm war auch nur als Anstoß zur Mieterselbsthilfe gedacht.

Rund hundert Anfragen gingen beim Naturschutz- und Grünflächenamt ein. Für sechs Begrünungsprojekte wurden letztlich Anträge gestellt, die auch alle bewilligt wurden. Weil Bewohner und Eigentümer erhebliche Eigenleistungen aufbringen müssen, sind nicht mehr Projekte zustande gekommen. "Wir hatten keine konkreten Vorstellungen, welche Resonanz zu erwarten war", sagt Hilmar Schädel, "aber die Mittel waren fast ausgereizt."

Drei der sechs Begrünungsvorhaben sind bereits im letzten Jahr umgesetzt worden. Im Hinterhof der Lehmbruckstraße 25/27 wurden Beete angelegt, in der Zellestraße 15 / Ecke Rigaer Straße wurde eine Fassade mit Rankpflanzen begrünt.

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Das bisher umfassendste Projekt war der Hof der Dolziger Straße 48: "Der ganze betonierte Hof wurde völlig entsiegelt und begrünt", berichtet Annette Rähm vom Naturschutz- und Grünflächenamt. Die Fördersumme von 3000 DM reichte dafür natürlich nicht aus. "Die Eigentümergenossenschaft hat da das Fünf- oder Sechsfache draufgelegt", schätzt Annette Rähm. Die Bewohner packten selbst kräftig mit an und beteiligten sich auf diese Weise mit einer "Muskelhypothek" an der Umsetzung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass dabei der Zusammenhalt der Mieterschaft gestärkt wird. Die neuen Grünanlagen sollen auch von den Bewohnern gemeinsam gepflegt werden.

Förderzusagen gibt es auch schon für die Knorrpromenade 7: Der Vorgarten ist bereits fertig, der Hinterhof ist in diesem Frühjahr dran. Mit Beginn der Vegetationsperiode wird auch in der Lehmbruckstraße eine Dachbegrünung in Angriff genommen. Es ist jedoch auch vorgekommen, dass von der Entsiegelung eines Hofes abgeraten werden musste, weil sich unter dem Asphalt Altlasten befanden, deren Besei- tigung ein Vielfaches der vorgesehenen Begrünungsmaßnahmen gekostet hätte.

Zurzeit werden im Bezirksamt einheitliche Förderrichtlinien erarbeitet, die dann sowohl in Friedrichshain als auch in Kreuzberg gelten. "Die neuen Förderkriterien werden einen wirklichen Mittelabfluss ermöglichen", verspricht Baustadtrat Franz Schulz mit Blick auf das alte Kreuzberger Programm, das aufgrund unattraktiver Bedingungen zuletzt kaum noch in Anspruch genommen wurde. Schulz hält die Hofbegrünung für einen "wichtigen Mosaikstein zu einer sozial orientierten Stadt- entwicklung". Daher werde sie auch künftig gefördert, auch wenn der Haushalt des Baustadtrats äußerst knapp bemessen ist: Für die Pflege von Grünflächen in Friedrichshain-Kreuzberg stehen Schulz in diesem Jahr nur noch gut die Hälfte der Mittel zur Verfügung, die im Vorjahr allein für Kreuzberg bereitstanden.

Knorrpromenade 7:
Der Vorgarten ist fertig, die Begrünung des Hofes folgt im Frühjahr



"Die Begrünung ist ein wichtiger Mosaikstein in der Stadtentwicklung":
Franz Schulz, Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg

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