Gewerbe  

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Wortmeldungen

Martina Kremer vom Eulenspiegel-Verlag im Comeniushof:

"Wir sind seit einem Jahr im Comeniushof und kennen die anderen Mieter im Gewerbehof kaum - bis auf die Druckerei, zu der wir Geschäftsbeziehungen unterhalten. In den Kiez-Lokalen sind wir eher selten anzutreffen, weil wir als kleine Redaktion oft bis über den Feierabend hinaus ackern und dann in unsere entfernteren Wohnquartiere entfleuchen. Für die Mittagsversorgung wird höchstens mal ein Pizza-Service bemüht. Ich glaube nicht, dass sich daran in Zukunft etwas ändern wird - der Hauptgrund ist einfach Zeitmangel."

Kathrin Schumacher vom "designhaus berlin" im Comeniushof:

"Wir sind im April 2000 von Mitte in den Comeniushof gezogen. Der Grund für den Umzug war Platzmangel, wir mussten expandieren und haben hier sehr schöne, bezahlbare Räume gefunden. Wir wären eigentlich gerne in Mitte geblieben, aber die Mietpreise dort sind explodiert. Der Standort hier ist natürlich nicht mit unserem alten am Hackeschen Markt zu vergleichen, wo ein Café neben dem anderen war und wo man, wenn man die Post weggebracht hat, auch mal in eine Boutique geschlendert ist. Hier lohnt es sich gar nicht, das Büro zu verlassen. Auf der anderen Seite der Warschauer Straße, um die Simon-Dach-Straße, sieht es schon ganz anders aus, aber das ist für uns zu weit vom Arbeitsplatz entfernt."

Peter Weißbach, Geschäftsführer vom Hostel "Odyssee" in der Grünberger Straße 23:

"Wir sind ganz zufrieden mit dem Standort. Es ist zwar keine City-Lage, aber verkehrsgünstig und bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. In Mitte hätten wir zwar wahrscheinlich mehr Gäste, dafür wäre aber die Miete unerschwinglich. Und in Lichtenberg wäre die Miete vielleicht günstiger, aber wir hätten kaum noch Gäste. Die überwiegend jungen Leute, die bei uns übernachten, finden hier in der Gegend gute Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten."

Teresa Piejek von der Modefirma "ZAPA fashion group GmbH" im Frieserhof:

"Als wir Anfang der 90er Jahre von Steglitz hierher gezogen sind und den Hof gekauft haben und renoviert haben, haben wir Pionierarbeit geleistet. Wir waren praktisch die Ersten hier in der Gegend. Das Umfeld war damals eine graue Einöde, es gab keine Bars, Cafe´s oder Restaurants. Aber der Besitzer ist ein Visionär und hatte den Mut für diese Entscheidung. Und jetzt ist hier das Zentrum! Auch das Umfeld hat sich sehr positiv entwickelt. Von unseren etwa 115 Mitarbeitern wohnen zwar die wenigsten im Bezirk, aber man bewegt sich im Kiez und nutzt die Angebote, geht nach der Arbeit auch mal in die Kneipe oder mittags in ein Cafe."

Rolf Rossbach, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur "RRC-Congrees GmbH", Revaler Str. 100:

"Friedrichshain ist für uns ein interessanter, kreativer Standort - und Mitte war schlichtweg zu teuer. Hier ist eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren. Auch die Gegensätze machen den Bezirk spannend: Auf der einen Seite dreckige, herutergekommene Ecken, aber eben auch Szeneviertel und der Zuzug von Medien- und Dienstleistungsunternehmen. Obwohl wir erst seit Juli 1999 an diesem Standort sind, würde ich schon sagen, dass wir im Kiez verwurzelt sind. Die Warschauer Straße steckt voller Potentiale, und deswegen engagiere ich mich auch in der Interessengemeinschaft."

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Die Rolle des Gewerbes in der Stadterneuerung

1994 wurde die Warschauer Straße zum Sanierungsgebiet erklärt. In den Leitsätzen zur städtebaulichen Erneuerung ist formuliert, dass bei der Erneuerung die vorhandene Gewerbestruktur zu sichern und zu entwickeln ist. Die enge Mischung aus Wohnen und Arbeiten ist zu erhalten, wobei Nutzungskonflikte abgebaut werden sollen. Der Erhalt beziehungsweise die Ansiedlung gebietsbezogener Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe soll unterstützt werden, um die kleinteilige, wohnungsnahe Versorgung mit Einzelhandelsangeboten zu verbessern.

Um diese Ziele umzusetzen und Gewerbetreibende vor Verdrängung zu schützen, gibt es seit 1995 ein Maßnahmepaket:
Schaffung von preiswertem Gewerberaum
Schaffung von Angeboten für produzierendes Gewerbe und Handwerk
qualifizierte Ansiedlungsberatung mit einer Gewerberaumbörse
Beratung der Gewerbetreibenden und Betreuung bei Verlagerung
Gewerbeflächenmanagement
Aktivitäten zur Dämpfung der Gewerbemietenentwicklung

Mit der Umsetzung dieser Ziele hat das Bezirksamt das BWP beauftragt.





















































































Gehörte zu den ersten sanierten Gewerbehöfen: der Frieserhof



















Meldet Vollvermietung: der mit öffentlichen Mittel geförderte Comeniushof

Unternehmensbestand im Sanierungsgebiet der Warschauer Straße

Bestand 1999 Bestand 2000 Veränderung Veränderung in %
Einzelhandel food
25
29
4
0,78
Einzelhandel nonfood
103
92
-11
-2,13
Handwerk/Produktion
91
82
-9
-1,74
Dienstleistungen
224
368
144
27,91
Gastronomie
48
45
-3
0,78
Heilberufe
25
29
4
0,78
insgesamt
516
645
129
25,00

Quelle: BWP, Stand September 2000

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