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Von welcher Straßenecke aus hat der Fotograf sein Bild geschossen?
Heute würde ein schnelles Telefonat oder eine E-Mail reichen, aber 1911 musste Karl Scholz aus Berlin per Post seine Verwandten in Zittau informieren. Auf der Rückseite der Ansichtskarte teilte er ihnen lediglich kurz seine neue Adresse mit, doch auf der Vorderseite konnte er ihnen gleich das genaue Haus zeigen, in das er eingezogen war: In der Nummer 6, ganz rechts am Kartenrand, befand sich seine neue Wohnung.
Die noch kleinen Bäume verraten, dass sein Mietshaus, wie die übrige Bebauung rund um den Platz, gerade erst in den letzten Jahren entstanden war. Da eine Kamera sich damals kaum jemand leisten konnte und auch die komplizierte Technik beherrscht werden musste, zogen üblicherweise Berufsfotografen mit ihren sperrigen und schweren Apparaten durch die Stadt, um von den zahlreichen "Neubaugebieten" ihre Ansichtskarten herzustellen. Die Nachfrage nach dieser Stadtbildfotografie war dementsprechend groß: Sogar innerhalb Berlins wurden die Postkarten verschickt oder gleich als Schmuck an die eigenen vier Wände gehängt.
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Wie flächendeckend damals fotografiert wurde, veranschaulicht eindrucksvoll die Tatsache, dass man heute nahezu alle Straßenzüge in Berlin rekonstruieren könnte - bekäme man diese Ansichten noch ein einziges Mal vollzählig zusammen.
Betrachtet man heute diese Ecke von Friedrichshain vom gleichen Punkt aus, wo der Fotograf vor 90 Jahren gestanden hat, fällt auf, dass sich unerwartet wenig verändert hat. Keines der Häuser wurde im Laufe der Jahre abgerissen, nur der reichhaltige Fassadenstuck und die vielen Ziergiebel sind verschwunden. Selbst der Platz wird wie früher von einem überbreiten Gehwegstreifen begrenzt und von zwei Baumreihen gesäumt. Noch heute trägt die Straße denselben Namen wie 1911. Sie gehört zu einer der längsten geraden Straßen im Bezirk, auf der nie eine Straßenbahn fuhr.
Allein die Nummerierung der Häuser hat sich geändert: Die damalige Hausnummer 6 wäre jetzt Nummer 81. Die gravierendste Veränderung im Stadtbild ist denn allein dem Autoverkehr geschuldet. So leer wie 1911 ist die Straße heute nicht mehr.
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10247 Berlin
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Einsendeschluss ist der
3. April 2001.
Unter den Einsendungen mit der richtigen Antwort verlosen wir folgende Preise:
1. Preis
Gutschein (DM 80)
für einen Besuch im Restaurant "Umspannwerk" (Palisadenstr.)
2. Preis
Gutschein (DM 50)
für einen Einkauf im
Laden "Grünezeiten Naturkost" (Bänschstr.)
3. Preis
Gutschein (DM 30)
für einen Einkauf im Blumenladen "Mancherleigrün" (Samariterstr.)
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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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