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Die Maschinenbauwerkstatt Weiß

Ein Familienbetrieb im Wandel der Zeit

In der Maschinenbauwerkstatt Weiß in der Grünberger Straße 49 stehen sich eine beeindruckende Menge und Vielfalt an Geräten und Maschinen gegenüber - "Oldies" aus dem Jahre 1906 neben moderner Technik. Firmeninhaber Herbert Weiß ist sichtlich stolz auf seinen Maschinenpark, den er nach dem Zusammenbruch der DDR mit besseren Maschinen ergänzt hat. Der 63-jährige Diplom-Ingenieur und Maschinenbaumeister hat das spezielle Profil des Betriebes, nämlich die Reparatur und Wartung von Holzbearbeitungs- und Sondermaschinen, fortgeführt und um die Fertigung von Automatendrehteilen erweitert.

Stammkunden mit uralten, reparaturbedürftigen Geräten wissen: "Das kann nur Weiß richten". "Auch deswegen gibt es uns 10 Jahre nach der Wende immer noch", sagt Herbert Weiß. Gegründet wurde der Familienbetrieb 1919 von seinem Großvater. Herbert Weiß übernahm die Firma 1973 von seinem Vater - was gar nicht so einfach war. Fünf Jahre hat es gedauert, bis er die Gewerbeerlaubnis erhielt. Zu DDR-Zeiten lief das Geschäft gut. "Wir waren bekannt dafür, dass wir als einer der wenigen Betriebe auch Maschinen von 1920 reparieren und ausgefallene Sonderanfertigungen liefern konnten", sagt Weiß. Zu den Kunden zählten vor allem Tischlereien und Holzverarbeitungsbetriebe.

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Seit der Wende ist der Umsatz allerdings stark zurückgegangen, auch deswegen, weil es immer weniger Tischlereien gibt. 1992 bekamen der Ingenieur und seine Mitarbeiter noch einmal einen großen Auftrag: Bei der Umstellung von Stadt- auf Erdgas lieferten sie einen Teil der dazu notwendigen Düsen. Zum Betrieb gehören, je nach Auftragslage, drei bis fünf Beschäftigte. "Gute Leute zu haben, auf die man sich wirklich verlassen kann, ist gerade für einen kleine Firma sehr wichtig", betont der Chef.

Konflikte mit den Mietern des angrenzenden Wohnhauses gibt es übrigens nicht. "Wir sind ein leiser Betrieb, große Fahrzeuge passen sowieso nicht durch die enge Hofeinfahrt", erklärt Weiß. Da der neue Eigentümer des Hauses eine Sanierung plant, hat die Sanierungsverwaltungsstelle geprüft, ob der Standort verlagert werden muss. "Es bestehen keine Einwände, die Werkstatt kann dort bleiben", sagt dazu Eckart Schwalm von der Sanierungsverwaltungsstelle. "Eine Verlagerung wäre mit mir auch nicht drin gewesen", erregt sich Herr Weiß. Obwohl seine Kundschaft aus ganz Berlin und darüber hinaus kommt, hängt er an dem Standort. Schließlich hat er die Werkstatt, die in einer Remise im zweiten Hof liegt, mit erheblichem Aufwand selber umgebaut und erweitert.

Für die Politik hat Herbert Weiß wenig gute Worte übrig: "Kleine Handwerksbetriebe werden vom Bezirk und von der Regierung behindert", so seine Einschätzung. Auch mit Banken hat er schlechte Erfahrungen gemacht: "Es ist schwer, einen solchen Betrieb zu halten, wenn die Kapitaldecke - wie bei vielen Handwerksbetrieben - dünn ist und die Banken kleinen und mittleren Firmen einfach keine Kredite geben."

Früher oder später wird für ihn die Suche nach einem Nachfolger aktuell. "Ich brauche einen Mann mit einer guten Idee, dann lässt sich viel machen aus dem Betrieb", sagt er. Seine beiden Töchter haben seine Leidenschaft für Maschinen nicht geerbt. Der Familienbetrieb wird also nicht in die nächste Generation gehen.

"Kleine Handwerksbetriebe werden vom Bezirk und von der Regierung behindert": Herbert Weiß in seiner Werkstatt

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