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Während unsere Vorfahren, die Kelten, noch im Einklang mit den Naturkräften lebten, und genau wussten, welcher Platz für den Hausbau geeignet war, ist man beim Friedrichshainer Stadtplanungsamt ahnungslos: "Geomantie? Nie was davon gehört". "In früheren Zeiten hatten die Landschaftsplaner noch eine Beziehung zur Erde, dieses Wissen ist in unserer Zeit verloren gegangen", erklärt Gottfried Graupner von der Betroffenenvertretung Traveplatz/Ostkreuz. Von ihm stammte die Idee zu einem etwas anderen Kiezspaziergang, bei dem Claas Fischer, ein ausgebildeter geomantischer Gestalter und Berater, durch verschiedene Plätze im Sanierungsgebiet führte.
Geomanten beschäftigen sich unter anderem mit Strahlungsphänomenen. Während sich künstliche Strahlungen, also zum Beispiel Starkstromleitungen oder Radaranlagen, immer negativ auf den menschlichen Organismus auswirken, können natürliche Strahlungen sowohl gut als auch schlecht sein: "Wer sein Bett direkt über einer Wasserader stehen hat, wird davon gestört, weil das zu belebend wirkt. Ein Weg dagegen kann sehr gut entlang einer Wasserader verlaufen", erläutert Claas Fischer. Auch starke Erdmagnetfelder könnten der Grund dafür sein, dass man sich an einem Ort einfach nicht wohl fühlt. Da Hunde Strahlungsflüchter sind, meiden sie diese Orte.
Wer jetzt an eine esoterische Spinnerei denkt, tut der Wissenschaft von der Erdinterpretation unrecht. Wasseradern und Magnetfelder seien, so Fischer, messbar und wissenschaftlich nachprüfbar. Mit Hilfe einer Rute könnten energetische Blockaden aufgespürt und eventuell gelöst werden.
Auf dem Kiezspaziergang kam die Wünschelrute aber nicht zum Einsatz. Vielmehr ging es Claas Fischer darum, den "Genus loci" zu ergründen, den einmaligen, unverwechselbaren Geist, den jeder Ort hat. Dabei spielen nicht nur Strahlungsphänomene eine Rolle, sondern auch Bäume, Steine oder die vier Elemente Wasser, Erde, Feuer und Luft. "Ziel einer geomantischen Landschaftsplanung ist es, einen Ausgleich zwischen den Elementen zu schaffen", sagt Fischer.
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Am harmonischsten, so Fischer, sei der Traveplatz. "Er hat ein richtiges Zentrum, nämlich einen großen Stein, und er hat eine Art Außenhaut, nämlich Bäume, die ihn einschließen. Daher fühlen wir uns wohl." Beim Wühlischplatz dagegen sei die Aufenthaltqualität sehr gering, weil er viel zu geometrisch wirke. Absolutes Negativbeispiel ist der Boxhagener Platz, der "zwar über einen schönen, alten Baum verfügt, dieser nimmt jedoch nicht den Platz ein, der ihm gebührt". Fischer: "Man fühlt sich nicht wohl hier, der Vandalismus an diesem Ort ist eine Folge der starren Ordnung."
Gottfried Graupner fände es "traumhaft", wenn in der Stadtplanung künftig ein geomantischer Berater hinzugezogen würde. "In Polen wird kein Kindergarten gebaut, ohne dass ein geomantisches Gutachten eingeholt wird", weiß Graupner. Mit wenigen Mitteln seien auch viele Plätze in Friedrichshain zu verbessern. "Dem Bezirk täte es gut." Praktischen Anschauungsunterricht könnten die Stadtplaner in der Hellersdorfer Zossener Straße nehmen: Dort wurde vor einigen Jahren ein Spielplatz gestaltet, der mit der "Seele des Ortes" kooperiert. Dort gibt es so gut wie keinen Vandalismus und der Ort wurde zum "Lieblingsspielplatz der Kinder" gekürt.
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Geomantischer "Wohlfühl-Ort": Kiezspaziergang über den Tavelplatz
Geomantie Gruppe Kontakt: Gottfried Graupner, Fax 294 27 66 oder Gregor Arzt, Telefon 873 62 52 www.geomantie.net
Auf der Suche nach dem "Genus loci": Geomant Claas Fischer
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