Gras & Grün  

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Schleidenplatz

Raus aus dem Schatten

Der Schleidenplatz gehört nicht gerade zu den beliebtesten Grünanlagen. Obwohl vor ein paar Jahren die Spielgeräte erneuert und eine doppelte Umzäunung gebaut wurden, verirren sich nur relativ wenige Erholungssuchende hierher, und den Kindern stehen im Samariterviertel weitaus schönere Spielplätze zur Verfügung. Doch mit dem Mauerblümchendasein wird es bald vorbei sein. Der kleine Platz soll umgestaltet und attraktiver gemacht werden.

Ursprüngliches Sanierungsziel war lediglich, die angrenzende Waldeyer Straße verkehrszuberuhigen. In Gesprächen mit der Betroffenenvertretung und mit Anwohnern sind jedoch immer mehr Ideen zusammen gekommen, wie die gesamte städtebauliche Situation zu verbessern ist, berichtet Anja Stöpel von der Sanierungsbeauftragten STATTBAU: "An der Ecke hat sich in den letzten Jahren viel verändert, der Schleidenplatz ist immer mehr zum Hintertor des Ring Centers geworden". Die Verkehrsbelastung wird sich in Zukunft noch verstärken. Schon jetzt brettern in der Rushhour viele Autofahrer auf ihrem Weg von der Frankfurter Allee zum Alten Schlachthof durch die Pettenkofer Straße. Von den Bewohnern des Quartiers wurde daher ausdrücklich gefordert, auch die Pettenkofer Straße in ein Gesamtkonzept einzubinden. In zwei Workshops hatten interessierte Bürger im Rahmen des Beteiligungsverfahrens die Gelegenheit, ihre Vorschläge einzubringen. "Am meisten wurde über den Spielplatz diskutiert", sagt Anja Stöpel. Klar ist mittlerweile: Er bleibt erhalten und wird mit verschiedenen Spiel- und Bewegungsangeboten ergänzt. Konsens besteht auch darüber, dass er sich nicht an die ganz Kleinen richten wird. Für sie gibt es schließlich in der Nähe, in der Schreinerstraße, einen neuen Spielplatz. Der häufig geäußerte Wunsch nach der Einbeziehung von Wasser, etwa durch einen Brunnen, kann aus Kostengründen wohl nicht verwirklicht werden. Lediglich im Spielbereich wird es eine Wasser-Matsch- Anlage geben.

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Aufgegriffen wurde dagegen die Idee, künstlerisch gestaltete Objekte, seien es Bänke oder Poller, zu integrieren. Sie könnten beispielsweise von interessierten Jugendlichen gestaltet werden. Außerdem ist ein Bouleplatz vorgesehen. "Es geht vor allem darum, den Platz aus seiner Insellage zu befreien", erklärt Barbara Willecke, deren Büro "planung.freiraum" mit dem Platzkonzept beauftragt ist. "Derzeit bleibt der Schleidenplatz weit hinter seinem Potenzial zurück", meint die Planerin. Ihr Entwurf sieht neben der Schaffung von Sitznischen und abwechslungsreich gestalteten Bänken daher ein "grünes Rückgrat" aus Hecken und Gehölzen entlang der Pettenkofer Straße vor. Auch die Eingangssituation soll neu gestaltet werden und der Platz dadurch größer wirken. "Wir wollen mit einfachen Mitteln die Aufenthaltqualität erhöhen und dabei mit dem Bestand arbeiten", betont Barbara Willecke. Auch das Lindendach, das den Platz prägt, bleibt erhalten und soll durch blühende Bäume ergänzt werden. "Wir brauchen eine pflegeleichte Anlage, die auch in drei Jahren noch Freude macht", betont Anja Stöpel von STATTBAU. Schließlich stehe dem Bezirk für die Pflege von Grünflächen immer weniger Geld zur Verfügung.

Das Verkehrskonzept, mit dem das Büro" Belvedere" betraut ist, beinhaltet im Wesentlichen, die Waldeyer Straße als Spielstraße auszuweisen sowie an verschiedenen Straßenabschnitten Aufpflasterungen vorzunehmen. Geplant ist auch eine Parkraumbewirtschaftung. Das bedeutet Anwohnerparkplätze sowie kostenpflichtiges Parken für "Gäste". Ob das überhaupt möglich sein wird, wird aber derzeit noch geprüft.

Finanziert wird die Umgestaltung über das EU-Programm EFRE. Bei STATTBAU rechnet man mit dem ersten Spatenstich für Frühjahr 2004. Demnächst soll eine Bürgerversammlung über den Stand der Planung informieren.

Platz mit Potenzial: Geplant sind ein "grünes Rückgrat", Sitzbänke, Spielflächen

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