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Öko-Markt im Samariterviertel
Warten aufs Ferienende
Das Samariterviertel hat seit Mai einen kleinen, aber feinen Öko-Markt. Jeden Freitagnachmittag kann man sich hier fürs Wochenende mit frischem Wildkräutersalat, leckerem Mango-Lassi aus Schafsmilch und bunten Blumensträußen versorgen. Oder auch einfach nur bummeln, schauen und Bekannte treffen.
Der kleine Kiezmarkt hat alles, was das Öko-Herz begehrt: zwei Obst- und Gemüsestände, einen Fischhändler, einen Bäcker, einen Imbiss mit Milchkaffee und Crêpes und einen Stand mit Wurst, Fleisch und Käse. Antiquarische Bücher sowie Bio-Räucherstäbchen und Yoga-Zubehör vervollständigen das Angebot. Wenn alle da sind, sind es 15 bis 20 Stände, aber viele kommen nur alle zwei Wochen, weil sie auch andere Märkte bedienen, erklärt Christoph Ebeling, der sich in einem Wettbewerbsverfahren als Marktbetreiber durchgesetzt hat.
Um den Wochenmarkt hatte es im Vorfeld lange Diskussionen gegeben, ursprünglich sollte er rund um die Samariterkirche stattfinden. Doch das lehnten viele Anwohner ab sie wollten kein Markttreiben vor ihrer Haustür. Nun werden die Stände in der Samariterstraße zwischen Bänsch- und Schreinerstraße aufgebaut, was sich in der Praxis auch bewährt hat.
Die Eröffnung Ende Mai war ausgesprochen gut besucht, es gab Live-Musik und Schafe zum Streicheln für die Kinder. Das war ein richtiges Volksfest, zeitweise kam man nicht durch, erzählt Marktmacher Christoph Ebeling. Doch gleich danach kam der Einbruch. Zuerst war Fußball-WM, dann begann die Urlaubszeit und schließlich kam die Juli-Hitze, weswegen beispielsweise der Fischhändler pausieren musste. Im Juli und August machten die Händler daher lange Gesichter. Es wird allmählich besser, aber im Moment warten wir alle auf das Ende der Urlaubszeit, heißt es am Stand vom Gärtnerinnenhof Blumberg. Nach und nach spricht sich mittlerweile auch herum, dass es hier neben Kräutertöpfen und Blumen auch alte Tomatensorten und Johannisbeeren gibt alles vom eigenen Hof.
Auch Friedhelm Plaß vom Milchschafhof Schafgarbe baut sich allmählich eine Stammkundschaft für seine Spezialitäten auf. Bis jetzt ist es ziemlich ruhig, viele haben den neuen Markt noch gar nicht wahrgenommen, meint er. Aus Erfahrung mit anderen Märkten weiß er, dass es immer eine Zeitlang dauert, bis die Sache anläuft.
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Der Betreiber teilt diese Einschätzung. Ich bin optimistisch, so Ebeling. Die Anwohner müssten erst ihre Kaufgewohnheiten ändern. Immer wieder würde man von zufällig vorbeikommenden Leuten hören: Ach, hier gibts ja so schöne Sachen, aber jetzt hab ich meinen Wochenendeinkauf schon im Bio-Supermarkt erledigt. In vielen Familien und Wohngemeinschaften ist zudem der samstägliche Einkauf auf dem Wochenmarkt Boxhagener Platz eine liebgewordene Tradition.
Auf die umliegenden Geschäfte und Kneipen hat der Wochenmarkt aufgrund des bislang schwachen Zuspruchs noch keine Wirkung. Allenfalls einen geringfügigen Effekt hat der Kindersecondhandladen Bullerbü in der Samariterstraße beobachtet: Es müsste noch etwas Attraktives für Kinder geben, das würde mehr Familien anziehen, meint die Verkäuferin. Die Meinungen der Gewerbetreibenden waren im Vorfeld geteilt gewesen. Einige versprachen sich vom neuen Wochenmarkt mehr Kundschaft, andere fürchteten die Konkurrenz.
Und die Anwohner selber? Immerhin hatte sich bei einer Befragung eine Mehrheit für einen reinen Öko-Markt ausgesprochen. Wenn sich der Markt erst einmal etabliert hat, kann das richtig schön werden, meinen zwei Kinderwagen schiebende Frauen. Von Stand zu Stand schlendern, Leute treffen und die Biobauern zur aktuellen Apfelernte befragen all dies gehört für sie zur Atmosphäre eines Marktes. Eine unterschiedliche Resonanz hat auch Sven Gramstadt vom Bewohnerverein Samariterkiez wahrgenommen, der den Markt mit auf den Weg gebracht hat: Einige finden ihn zu klein oder glauben, dass er nur etwas für die neu Hinzugezogenen ist, andere freuen sich darüber. Gramstadt selber findet, dass das Flair dem Viertel gut tut.
Bleibt also abzuwarten, ob nach dem Ende der Ferienzeit mehr Käufer den Weg in die Samariterstraße finden werden. Die Erfahrungen, etwa mit dem Boxhagener Platz, zeigen, dass ein attraktiver, gut besuchter Markt zur Belebung eines Quartiers beiträgt und den Läden und Cafés jede Menge zusätzliche Kundschaft beschert.
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Kiez-Bereicherung mit Anlaufschwierigkeiten: der Öko-Markt im Samariterviertel
Öko-Markt jeden Freitag
12 bis 18 Uhr, Samariterstraße zwischen Bänsch- und Schreinerstraße,
weitere Infos unter
www.ökomärkte-berlin.de
Tel/Fax 39 03 04 77
(Ökomarkt-Veranstaltungsservice)
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