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A 100
Schritt für Schritt zum Schritt-Tempo
Nachdem die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen schon früh – zumindest vordergründig – an den Meinungsunterschieden zum Weiterbau der Stadtautobahn A 100 gescheitert waren, einigten sich SPD und CDU reibungslos auf die Fortsetzung der Autobahn bis zur Elsenbrücke. Damit wird eine Blechlawine direkt auf Friedrichshain zurollen. Der anschließende Weiterbau bis zur Frankfurter Allee, der in der Logik der Autobahnplaner zwingend folgen muss, steht noch völlig in den Sternen. Stoppen kann den Bau noch eine Klage, die der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht hat.
Berlins Grüne zogen mit einer klaren Absage an den Weiterbau der A 100 in den Wahlkampf. In den Koalitionsverhandlungen blieb der alte und neue Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit unnachgiebig für die Fortführung der Autobahntrasse, obwohl auch die SPD nicht geschlossen hinter dem Projekt steht. Zur Erinnerung: 2009 hatte sich noch eine knappe Mehrheit der sozialdemokratischen Parteibasis gegen den Weiterbau ausgesprochen, erst eine zweite Abstimmung brachte ein Jahr später das vom Parteivorstand gewünschte Ergebnis. Es folgten einige Parteiaustritte. Der rot-rote Senat legte anschließend den Baubeginn bis zum Ende der Wahlperiode auf Eis. Mit den Grünen und der SPD ist es bekanntlich nach der Wahl nichts geworden. Mit SPD und CDU wird's nun was – jedenfalls bei der Autobahn.
Der nun beschlossene Bau des 16. Abschnitts vom Dreieck Neukölln bis zur Elsenbrücke ist 3,2 Kilometer lang und kostet 420 Millionen Euro. Er gilt damit als Deutschlands teuerstes Autobahnstück. Eine Entlastung der Stadtstraßen bringt es nicht. Besonders Friedrichshain beschert es hingegen eine zusätzliche Autoflut: 12 800 zusätzliche Fahrzeuge werden pro Tag auf die ohnehin schon staugeplagte Elsenbrücke gelenkt. Im Anschluss steigen die Belastungen des Markgrafendamms um 3900, der Kynaststraße um 2300 und der Stralauer Allee um 2700 Fahrzeuge. Die Warschauer Straße muss noch 2600 zusätzliche Autos pro Tag aufnehmen und über die Modersohnbrücke fahren täglich 3200 mehr als heute durch die Wohngebiete. Diese Zahlen hat die Bürgerinitiative Stadtring Süd (BISS) aus den Planfeststellungsunterlagen herausgefiltert.
Auch in der Sicht der Verkehrsplaner tritt der gewünschte Entlastungseffekt in den Seitenstraßen erst ein, wenn nach dem 16. auch der 17. Bauabschnitt fertiggestellt ist. Dieser Abschnitt soll von der Elsenbrücke weiter bis zur Frankfurter Allee führen. Nach der Überquerung der Spree wird die Autobahn zwischen Markgrafendamm und Ringbahn nach Norden verlaufen. Dazu müssen Wohnhäuser am Markgrafendamm und das denkmalgeschützte ehemalige Osthafen-Kraftwerk, das zwischenzeitlich das "Neue Deutschland" beherbergte, abgerissen werden.
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Vor dem Ostkreuz wird die Autobahn in einen Tunnel geleitet. Bevor die Trasse in Höhe des Wiesenweges auf die Lichtenberger Seite der Ringbahn verschwenkt und im Bereich Kietzer Weg/Wartenbergstraße wieder an der Stadtoberfläche auftaucht, müssen an der Gürtelstraße weitere Wohnhäuser abgerissen werden. Anschließend würde die Autobahn zwischen der Ringbahn und der Wohnbebauung der Wilhelm-Guddorf-Straße einen preisgekrönten Grünzug unter sich begraben, bevor sie in Hochlage an der Kreuzung Frankfurter Allee/Gürtelstraße endet.
Dieser 17. Bauabschnitt steht zwar im Bundesverkehrswegeplan, genauere Planungen gibt es jedoch noch nicht. Es existiert weder ein Zeitplan noch eine Finanzierung. Klar ist aber, dass der 17. Abschnitt wegen seiner komplizierten Verkehrsführung und des aufwändigen Tunnelbaus nochmal deutlich teurer werden dürfte als der vorherige.
Neben den außerordentlich hohen Kosten könnte auch die Klage des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg den Bau noch stoppen. Zusammen mit dem "Bund für Umwelt und Naturschutz" und Anwohnern hat der Bezirk beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Planfeststellungsbeschluss für den 16. Bauabschnitt geklagt. Bemängelt wird vor allem, dass in der Abwägung unzureichend auf Einwände eingegangen wurde. |
Das ist die heutige Situation – 12 000 Fahrzeuge pro Tag zusätzlich wird die A 100 auf die Elsenbrücke schaufeln
"Aktionsbündnis A 100 stoppen!" im Internet: www.a100stoppen.de
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