Bürgerbeteiligung 

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Initiativen rund ums Ostkreuz

Starke Stimme

Nicht nur der Bahnhof Ostkreuz ist eine riesige Baustelle, auch rund um den Bahnknotenpunkt wird in den nächsten Jahren geplant und gearbeitet. Damit die Interessen der Bürger dabei nicht unter die Räder kommen, haben sich eine Reihe von Initiativen aus Friedrichshain und Lichtenberg zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Dazu gehört auch der neue Bürgerverein, der sich derzeit aus der Betroffenenvertretung Traveplatz/Ostkreuz gründet.


Bis 2016 wird der wichtigste Umsteigebahnhof im Berliner Nahverkehrsnetz komplett neu gestaltet. Für die Anwohner ist das nicht nur mit großen Lärmbelästigungen verbunden, sie müssen auch zeitweise weite Umwege in Kauf nehmen. Um die Auswirkungen des Umbaus kümmern sich bisher neben der BV Traveplatz/Ostkreuz auch Initiativen aus dem Rudolfkiez, aus Stralau, Rummelsburg und dem Kaskelkiez. In regelmäßigen Abständen sitzt man deshalb gemeinsam zusammen mit Vertretern der Bahn, Senatsbehörden und dem Bezirksrat an dem „Runden Tisch Ostkreuz“.

Um zu erreichen, dass der Bahnhof nach dem Umbau besser zu überqueren ist und die verschiedenen Kieze nicht mehr so stark voneinander trennt, haben sich die Initiativen nun zusammengeschlossen. Im Januar trafen sich acht Gruppen aus allen vier Ecken zum ersten Mal. Nach einem halben Jahr ist daraus ein 17 Initiativen umfassendes Netzwerk hervorgegangen, das mit starker Stimme die Interessen der Anwohner vertritt – nicht nur im direkten Bahnhofsumfeld, sondern auch weit darüber hinaus.

Das Ursprungsanliegen ist, eine bessere Überquerbarkeit des Bahnhofs für Fahrrad- und Rollstuhlfahrer sowie Fußgänger mit Kinderwagen herzustellen. Bisher war man gezwungen, weite Umwege zu fahren oder den Kinderwagen und den Drahtesel die Treppen hinauf- und hinabzutragen. Rollstuhlfahrer müssen vor dem Ostkreuz ganz kapitulieren. Nach dem Ausbau stehen für die Nord-Süd-Verbindung Rolltreppen und Aufzüge zum oberen Ringbahnsteig zur Verfügung. Weil das immer noch ziemlich unbequem ist, fordern die Initiativen barrierefreie Verbindungen mit Rampen sowohl an oder neben der Fußgängerbrücke als auch an der Kynaststraße. Die Bezirksoberhäupter von Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg, Christina Emmrich und Franz Schulz, haben den Vorschlägen zugestimmt. Im Ostkreuz-Bauprogramm der Bahn ist diese Maßnahme allerdings nicht vorgesehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat nun eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für verschiedene Rampen-Alternativen in Auftrag gegeben. „Die Impulse von den Bürgern sind aufgenommen worden“, freut sich Tobias Trommer, Sprecher der Initiativen-Vernetzung.

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Außerdem schlagen die Initiativen vor, beim Ostkreuz-Umbau auf die Tunnel-Vorbereitung für die Autobahn A 100 zu verzichten. Die umstrittene Verlängerung der Stadtautobahn von Neukölln zur Elsenbrücke und von dort weiter bis an die Frankfurter Allee wird abgelehnt, weil sie die Kieze zerschneidet und unnötig Verkehr nach Friedrichshain leitet. Mit dem Verzicht auf den Tunnel-Vorratbau könnten über 16 Millionen Euro gespart und der Bahnhofsumbau um etwa ein Jahr verkürzt werden.

Ein aktuelles Thema ist das Baugebiet „An der Mole“ zwischen dem Ostkreuz und der Rummelsburger Bucht, für das der Bezirk Lichtenberg zur Zeit einen Bebauungsplan aufstellt. Das Netzwerk will erreichen, dass hier ein autofreies Wohngebiet entsteht und insgesamt weniger dicht gebaut werden darf als bisher vorgesehen. „Es sollten auch Baugenossenschaften angesprochen werden, damit eine soziale Mischung entsteht und nicht nur für Besserverdienende gebaut wird“, erklärt Tobias Trommer. Der große Bootsanleger, der hier geplant ist, soll nicht für die Fahrgastschifffahrt freigegeben werden, sondern nicht-motorisierten Booten vorbehalten bleiben. Bei einer gemeinsamen Geländebegehung zeigte sich Lichtenbergs Bürgermeisterin Emmrich für die Vorschläge durchaus aufgeschlossen. „Wir müssen weiter dranbleiben“, so Tobias Trommer.
Aus der Betroffenenvertretung Traveplatz/Ostkreuz ist mittlerweile der Bürgerverein Travekiez/Ostkreuz hervorgegangen. „Wir wollen die Arbeit der Betroffenenvertretung fortsetzen“, sagt Vereinsmitbegründer Rolf Tramp. „Nur weil das Sanierungsgebiet formell aufgehoben wurde, stellen wir nicht unsere Aktivitäten ein.“ Vorbild ist der Samariterkiez e.V., der sich gegründet hat, nachdem das Samariterviertel 2008 aus der Sanierung entlassen worden war und dadurch die Betroffenenvertretung eigentlich keine Existenzgrundlage mehr hatte. Die Satzung und der Vorstand des neuen Bürgervereins Travekiez/Ostkreuz stehen. Für die Eintragung ins Vereinsregister fehlt nur noch ein Notartermin.


Dem Ostkreuz-Umbau gilt das Hauptaugenmerk eines Netzwerks von 17 Bürgerinitiativen

Nächstes Vernetzungstreffen der „Initiativen rund ums Ostkreuz“: Dienstag, 14. September, 19 Uhr 30, im Jugendklub E-Lok, Laskerstraße 6-8,
Informationen im Internet: www.ostkreuz.eu

Kontakt zum Bürgerverein Travekiez/Ostkreuz i. Gr. über Rolf Tramp, Tel 503 05 40, oder über die Internetseite www.traveplatz-berlin.de

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