Kind & Kegel 

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Kitaplätze

Mit Anlauf auf den Berg

Die Suche nach einem Kitaplatz ist für Friedrichshainer Eltern nach wie vor ausgesprochen frustrierend. Meist bleibt nichts anderes übrig, als sich auf lange Wartelisten setzen zu lassen – mitunter schon vor der Geburt des Kindes – und zu hoffen, dass es irgendwie klappt. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Bereits für Sommer 2012 rechnet man beim Bezirk mit einer deutlichen Entspannung. Spätestens im Jahre 2013 sei man über dem Berg.

"Die Kindertagesstätten sind voll ausgelastet", erklärt Birgit Freier vom Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg. Erschwerend komme hinzu, dass einige Kindertagesstätten ihre Kapazitäten reduzieren mussten, weil es an Erziehern fehlt. 60 Friedrichshainer Familien stehen derzeit auf der Liste des Jugendamtes.

Momentan gibt es im Ortsteil Friedrichshain knapp 5000 belegte Plätze, gebraucht würden nach einer aktuellen Bedarfsrechnung aber 5204. Die Ausmaße des Babybooms werden deutlich, wenn man bedenkt, dass es im Jahre 2006 noch 3065 waren. Durch Erweiterungsbauten und Neugründung kleinerer Kinderläden konnten innerhalb von fünf Jahren fast 2000 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Doch der Bedarf ist weiter steigend, zumal demnächst mehrere Neubauprojekte entstehen, die auch Familien anziehen werden, etwa an der Revaler Spitze, wo ein komplettes Wohnquartier gebaut werden soll. Bis Mitte 2015, so die Prognose, werden daher 6131 Plätze gebraucht.

"Die Situation ist anhaltend angespannt", räumt Birgit Freier ein. Dabei habe es im Sommer ein gewisses Aufatmen gegeben, weil mehrere kleinere Einrichtungen mit jeweils 17 bis 35 Plätzen eröffneten. So zog in eine ehemalige Ladenwohnung in der Bänschstraße 24 die Eltern-Initiativ-Kindertagesstätte "Salabanda" und in der Seumestraße 13 befindet sich seit Mai 2011 der Kinderladen "PeTiTaTu". Doch all diese Zuwächse wurden durch die weiter steigenden Kinderzahlen geschluckt.

Dazu kommt, dass sich der große Kita-Neubau neben der Bibliothek in der Frankfurter Allee 14a um mindestens ein Jahr verzögert hat. Zum einen, so heißt es beim Bezirk zur Begründung, habe es interne Abstimmungsschwierigkeiten bezüglich der Zufahrt zum Grundstück gegeben.

 

 

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Auf einem weiteren bezirkseigenen Grundstück, dem Freudenberg-Gelände, ist der geplante Kita-Neubau noch Zukunftsmusik. Nach einem Wechsel des Investors kann im so genannten Block 74, zwischen Boxhagener-, Weser- und Holteilstraße, frühestens in drei Jahren mit dem Bau begonnen werden.

Auch mehrere freie Träger planen Neubauten, so will die Arbeiterwohlfahrt (AWO), an der Liebigstraße/Ecke Weidenweg im Samariterviertel eine neuen Kindergarten errichten. Schon 2012 soll es losgehen.

Können Friedrichshainer Eltern also darauf hoffen, dass der nervenaufreibende Run auf die knappen Plätze demnächst der Vergangenheit angehört? Bereits im nächsten Juni, so heißt es beim Jugendamt, soll das Angebot in Friedrichshain 5566 Plätze umfassen – und damit genau den ermittelten Bedarfszahlen entsprechen. Dennoch werde es im Einzelfall schwierig bleiben, das Passende zu finden, erklärt Birgit Freier: "Erst 2013, wenn die größeren Neubauvorhaben voraussichtlich fertig sind, allen voran die Kita in der Frankfurter Allee, haben wir es geschafft". Bis dahin können dann hoffentlich auch alle Erzieher-Stellen in den Kitas besetzt werden.

Bis es soweit ist, bietet man verzweifelten Eltern Unterstützung bei der Suche nach einem Kitaplatz an. Die Wunsch-Kita könne man zwar nicht garantieren, dennoch bemühen sich die Mitarbeiter des Jugendamtes nach Kräften darum, Wünsche zu erfüllen.

5000 Friedrichshainer Kinder haben derzeit einen Platz in einer Kindertagesstätte
(hier: Kita "Regenbogenfisch")


Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg
Tel.: 902 98 44 04
E-Mail: kita-anmeldung(at)ba-fk.verwalt-berlin.de

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