Grün & Co  

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Wriezener Park

Wild und frei wie Friedrichshain

Als Modellvorhaben wurde der Wriezener Park an der Helsingforser Straße geplant. Anwohner, Schüler des Dathe-Gymnasiums und interessierte Gruppen waren eingeladen, ihre Wünsche auf dem zwei Hektar großen Streifen am Rande des Bahngeländes zu verwirklichen. Das vom Bund geförderte Modellprojekt ist nun beendet, doch der Park ist noch nicht ganz fertig. Wie geht es weiter?

Im Jahr 2005 stellte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg für das riesige Brachgelände des ehemaligen Wriezener Güterbahnhofs einen Bebauungsplan auf, der die Errichtung von Großhandelsmärkten und Gewerbebetrieben erlaubte. Im Gegenzug schloss die öffentliche Hand mit der Bahn einen sogenannten städtebaulichen Vertrag, in dem sich die damalige Grundstückeigentümerin dazu verpflichtete, eine öffentlichen Grünfläche zu finanzieren. 300 000 Euro sollten für die Herrichtung und Erschließung des Parks aufgewendet werden. Die Grünfläche war vor allem für die Nachbarn in den hochverdichteten Wohngebieten um die Warschauer Straße gedacht.

Damit der Park auch so wird, wie die zukünftigen Nutzer ihn haben wollen, wurde das "Wriezener Freiraumlabor" ins Leben gerufen. Einmal im Monat trafen sich die Interessierten bei einem "Jour fixe", um über die Ideen für den Park zu sprechen und Möglichkeiten für die Umsetzung auszuloten. Gelegentlich kam man auch vor Ort zusammen, um das zukünftige Parkgelände zu erkunden und vom Müll zu säubern. Die Bezeichnung "Labor" war Programm: Während öffentliche Parks klassischerweise in Regie und nach den Standards der kommunalen Verwaltung geplant, gebaut und unterhalten werden, wurden hier mit den Bürgern neue Wege beschritten. Das Wriezener Freiraumlabor ist von 2007 bis 2010 als Modellvorhaben des Programms "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" (ExWoSt) vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gefördert worden.

Nach und nach kristallisierte sich heraus, aus welchen Bausteinen sich der Park zusammensetzen sollte: Ein Sport-Parcours für BMX-Radfahrer wurde vorgesehen, das Dathe-Gymnasium wünschte sich einen Nutzpflanzengarten und ein "grünes Klassenzimmer", Anwohner meldeten Bedarf an Gartenflächen an. Der ehemalige Lok-Schuppen sollte zu einem Anlaufpunkt für die Quartiersbewohner ausgebaut werden. Diese Bestandteile bilden das Grundgerüst für den Park.

 

 

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Das Gelände wurde schon 2007 für alle geöffnet, als es noch ein verwildertes Stück Brache darstellte, von der gerade die Gleise abgetragen worden waren. Die ersten Baumaßnahmen folgten 2009 und 2010. Vom Helsingforser Platz aus entstand ein neuer Zugang mit einer Rampe, die zu der tiefergelegenen Grünfläche hinabführt. Unten befindet sich ein für Basket- und Fußball nutzbares Asphalt-Sportfeld mit Ballfangzaun. Daneben gibt es die BMX-Strecke, die von den jungen Cross-Radlern rege genutzt und hingebungsvoll gepflegt wird. Das grüne Klassenzimmer ist auf Höhe der Schule eingerichtet, und auch die einzelnen Gartenflächen sind angelegt. Die Schüler des Dathe-Gymnasiums ernten hier Grünfutter für die schuleigenen Kleintiere. "Die Grünanlage ist so gut wie fertig", sagt Elisabeth Simmon vom Naturschutz- und Grünflächenamt.

Am westlichen Ende des Parks erstreckt sich rund um den sanierten Lok-Schuppen allerdings noch eine sandige Steppe. Dieses Areal ist zwar ebenfalls als Grünfläche vorgesehen, für seine Herrichtung fehlt aber bisher das Geld.

Der Lokschuppen wird an einen Event-Manager verpachtet, der dort künstlerische Veranstaltungen durchführen und auch einen Kaffeeausschank anbieten wird. Im Pachtvertrag zwischen dem Bezirk und dem Träger ist eine Nutzung der Räume als Kieztreff festgeschrieben. Verabschieden musste man sich jedoch von der Idee einer Photovoltaikanlage, die mit der Einspeisevergütung des von ihr erzeugten Stroms zur laufenden Unterhaltung des Parks beitragen sollte.

Der Wriezener Park ist das Gegenteil eines klassischen, aus einem Guss geplanten Schmuckparks. Mit seinen verschiedenen Bestandteilen macht er zwar einen leicht zusammengewürfelten und unfertigen Eindruck – damit passt der Park aber gut zu Friedrichshain.

Von seinen Nutzern liebevoll gepflegt: der BMX-Parcour im Wriezener Park

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